Aus der Vereinsgeschichte
Vorsitzende, Dirigenten, Verstorbene Ehrenmitglieder Festbuch von 1954, Festbuch von 1959, Festbuch von 1970
Im Winter 1894/95 kamen Mitglieder der damaligen Feuerwehrkapelle Kirchheim im Gasthaus zum Adler zusammen und beschlossen auf vielseitigen Wunsch die Gründung eines Männergesangvereins. Es stellten sich 30 sangesfreudige Männer zur Verfügung. Der Gesangsbetrieb war recht lebhaft, denn es wurden wöchentlich 2 Singstunden abgehalten. Bereits in den Jahren 1895/96 konnte der Verein bei örtlichen und eigenen Veranstaltungen mitwirken. Im Jahre 1899 übersiedelte der Verein in das Gasthaus zu Ochsen. Nach einigen Krisejahren, in welchen nur intern Vereinsveranstaltungen abgehalten werden konnten, wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung der Verein 1906/07 wieder erneut aktiv. Der Verein nahm einen neuen Aufschwung und konnte mit 40 aktiven Sängern seine Singstunden wiederum unter der musikalischen Leitung von Jakob Heinzerling abhalten. 1908 kehrte der Verein auch wieder in sein altes Gründungslokal zum Adler zurück. Die erste Fahnenweihe wurde im Jahre 1909 unter Beteiligung zahlreicher Vereine abgehalten. Diese Veranstaltung war ein markanter Meilenstein in der Vereinsgeschichte. In den folgenden Jahren wurden Preissingen in Eppelheim, Sandhausen, Schönau und Mingolsheim besucht. Während des 1. Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit vollkommen: aber unvergessen ist die Mühe und Arbeit des langjährigen Schriftführers G. Michael Holl, der die Verbindung zwischen Heimat und Front aufrecht erhielt. In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg wechselten Vorstände und Dirigenten öfters. Es wurden verschiedene Wertungssingen in Mannheim und Heidelberg besucht. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden sehr viele Sänger eingezogen. nachdem auch Chormeister H. Gund 1940 eingezogen wurde ruhte sie Vereinstätigkeit zunächst. Auf höhere Weisung wurden 1941 sämtliche vier hier bestehenden Männergesangvereine zusammengeschlossen. Während des Krieges verlor der Verein sämtliche errungenen Pokale und Medaillen sowie die wertvolle Fahnenspitze. Nach dem totalen Zusammenbruch unternahmen einige wenige beherzte Sangesbrüder im Sommer 1946 die Wiederaufrichtung des A.G.V. Liederkranz. Im Jahre 1954 begingen wir mit der Weihe einer neuen Vereinsfahne unser 60-jähriges Bestehen. Im Herbst des Jahres 1954 übernahm Herr Werner Kaiser die Chorleitung. Schon in Kürze war eine Aufwärtsentwicklung erkennbar. Bedauerlicher Weise mußte unser Verein im Jahre 1957 sein altes Vereinslokal, da dieser abgerissen wurde, verlassen und in das Gasthaus ,, Zum Badischer Hof '' übersiedeln. 1958 beschlossen wir, aus unseren reihen ein Quartett zu bilden, mit welchem wir zum ersten Mal bei unserem 65-jährigen Jubiläumsfest auftraten. Leider mußte unser Chorleiter 1962 einer dienstlichen Versetzung Folge leisten. Er fühlte sich aber trotzdem verpflichtet einen gleichwertigen Ersatz zur Verfügung zu stellen. Dies ist mit Herrn Heinz Landwehr voll und ganz gelungen. Im Frühjahr 1964 beschlossen die Quartettsänger eine allwöchentliche stattfindende Singstunde einzulegen. Im September des gleichen Jahres führten die Sänger des Quartett eine 10-tägige Konzertreise nach Niederbayern durch. Es wurden erfolgreiche Konzerte in Bogen, Zwiesel und Osterhofen durchgeführt. Die Kritiken der Tageszeitungen waren durchaus als sehr gut zu bezeichnen. Nun stellten sich abwechselnd für Chor und Quartett Erfolge ein, die uns immer wieder Ansporn zu mehr Fleiß und Aufmerksamkeit in den Singstunden gaben. So konnte unter anderem das Quartett am Ostersamstag des Jahres 1966, im Zweiten Deutschen Fernsehen, bei einer Life-Sendung auftreten. Einige Wochen später konnten wir bei der Sängervereinigung Seeheim unter 25 teilnehmenden Vereinen beim Prädikatsingen für Chor und Volkslied die Note hervorragend erringen. So konnten wir bei vielen Veranstaltungen und Sängerfesten, mitunter in Hemsbach die Note sehr gut, Bammental den zweiten Klassenpreis und Dirigentenpreis, Beerfelden den ersten Klassenpreis mit sehr gut deutlichen Vorsprung und den Dirigentenpreis, und beim M.G.V. Seeheim beim Prädikatwertungssingen von 24 Vereinen den zweiten Preis, verbunden mit dem hessischen Staatspreis erringen. Nach dem das Gasthaus ,, Zum Badischer hof " seine Pforten schloß, waren wir wiederum gezwungen, unser Vereinslokal zu wechseln, das am 1. April 1669, mit dem Umzug in das Gasthaus ,, zum Goldenen Hirsch " , erfolgte. Möge das 75-jährige Jubiläum des Vereins allen Mitgliedern Verpflichtung und Ansporn für das weitere Bestehen und Wirken sein. Da Heinz Landwehr aus gesundheitliche Gründe die Leitung des Chors, sowie das Quartett 1974 aufgeben musste, übernahm Herr Karl-Heinz Neureuther die musikalische Stabsführung des A.G.V. Liederkranz-Kirchheim. Der bis heute noch unser Chorleiter ist. Bald näherte sich das Jahr 1995, das Jahr des 100-jährigen Bestehens ! Das Jubiläum wurde mit einem Festbankett im ,, Zum Badischer Hof " in bescheidenem Rahmen begangen, unter Beteiligung befreundeter Vereine. Bedauerlicher Weise musste unser Verein im Jahre 1996 sein Vereinslokal Gasthaus ,, Zum Goldenen Hirsch" verlassen. wir sind in das Alte Rathaus- Kirchheim übergesiedelt, wo wir noch heute sind. Schauen wir nach diesem Rückblick in die 100-jährige Geschichte des Vereins hoffnungsvoll in die Zukunft. Engagieren wir uns für den Chorgesang, so werden wir auch weiterhin im Kulturleben unseres Volkes einen gebührenden Platz einnehmen. Die aktive Sängergruppe umfasst ca. 11 Mitglieder, die sich regelmäßig zur Chorprobe, aber auch zu zahlreichen gemeinsamen ( Ständchen, Ausflüge, u.a.m.) treffen und dabei viel Spaß haben.